Kunstfahrschule

DANKE FÜR DIE GEILE ZEIT!

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Geschrieben am 25 Sep 2013, abgelegt unter Artist.

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MARC FRIEDRICHSEN

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M. Friedrichsen, Raumansicht

Status: Filmpräsentation am 26.09.
Ausstellung ab 27.09. Raum Testarossa, Ebene 5

Die große Stadt durch mich

friedrichsen_detMarc Friedrichsen, geboren 1973 in der norddeutschen Einöde Flensburg, entkommt selbiger mit 22 Jahren, um in Frankfurt am Main einen Fuß in die Werbebranche zu bekommen. Hier kommt es zu einer folgenschweren Begegnung mit den ersten Wolkenkratzern seines Lebens, die er bisher nur aus dem Fernsehen kannte. Einerseits steht er fasziniert vor diesen Monolithen purer Macht, andererseits stößt ihn dieser großmäulige Potenzbeweis des Turbokapitalismus ab. Aber er beschließt eines Tages wieder zu kommen sich damit eingehender zu beschäftigen.

Fast forward

Ende 2008 löst er sein Versprechen ein und beginnt damit, die Architektur von Frankfurt am Main zu fotografieren. Drei Monate testet er die Ricoh Caplio R7 auf Herz und Nieren bis er die Stilistik gefunden hat, die ihm schon immer vorschwebte. Von Anfang an verzichtet er auf Farbe, weil für ihn Farbe den Blick für Form und Struktur verwässert. Er möchte die Mathematik der neuen und alten Architektur einfangen. Dafür manipuliert er ein in der Kamera vorgegebenes Programm fürs bloße Abfotografieren von Textseiten. Damit erzielt er die Comic-Ästhetik, die ihn in japanischen Mangas immer faszinierte Er entwickelt eine Formel: Zeichentiefe vs. Natürliches Lichtverhältnis. Jedes Bild schießt er ohne Stativ und mit einer Verschlusszeit von 1/8 s, weil er keine gestellten Bilder machen will. Alles entsteht aus dem Moment, in dem sein Scannerblick etwas entdeckt. Keine der Fotografien wird je nachbearbeitet. Die Fotos bleiben, abgesehen von Ausschnittsänderungen, so wie sie geschossen werden.

(…) Es gibt Tage und später auch immer mehr Nächte, wo er bis zu 500 Bilder in einer Session schießt. Positiver Wahnsinn nennt er das. (…)

Fast Forward

Es geht ihm schon lange nicht mehr um die Architektur. Denn Architektur ist für ihn nur noch Kulisse, die ohne den Menschen keine Daseinsberechtigung hat. Die Stadt ist für den Menschen da, und nicht umgekehrt. Das wird ihm immer bewusster.

2013 sind bereits rund 60.000 Bilder geschossen, 2 Kameras zerschlissen und die Vision da wie, das Projekt weiter geht . Um die Galerien zu umgehen und seine geplanten Großprints bezahlbar zu halten, will er einen Mangafilm aus dem Material schneiden. Hamburg soll die erste Stadt werden neben Frankfurt am Main und Berlin, die jeweils nacheinander folgen werden.

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Mark Friedrichsen zeigt in der Kunstfahrschule erstmalig einen kleinen Ausschnitt aus seiner Arbeit in Form einer filmischen Werkschau. Eine kleine Anzahl von Motiven wird als Prints angeboten werden.

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