Kunstfahrschule

DANKE FÜR DIE GEILE ZEIT!

DANKE FÜR DIE GEILE ZEIT!

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Geschrieben am 16 Sep 2013, abgelegt unter Artist.

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]tux[uran]

tuc_top

]tux[uran]; ELECTRICunION

Status: Ausstellung läuft / on show
Raum Belair, Ebene 1tuc_det_02

Zur Person / About the artist:

Seit 2007 veröffentlicht Tuc unter dem Label ]tux[uran] grösstenteils verfremdete Fotografien & Grafikarbeiten, mit denen der Blick auf Randexistenzen, lebende wie symbolhafte fokusiert, ein Detail des Ganzen gezoomt wird. Als ständig variierte Konstanten stehen die einzelnen Themen für den Versuch innerhalb dieser ein Selbst zu finden: “Vergänglichkeit und Verbundenheit”, “Leben in der modernen, urbanen Welt” und “Prekariat”; die Unsicherheit des Lebens, dessen Umständen und Verhältnissen.

tuc_det_01Gezeigt werden Elektro-Bauteile in ihrem üblichen durch ihre Funktion begründeten Habitat. Dort führen sie ein bewusstloses Nischendasein basierend auf einer rationalen, klar definierten Dienstleistung: erhellend, Wärme abgebend, Luft austauschend, diese und anderes weiterleitend, schaltend, mitunter regelnd.., schlicht ihre Umgebung verbessernd, den Aufwand vereinfachend. Uneigennützig dienen sie der Behaglichkeit, machen es gemütlich. Entlohnt werden sie dafür nicht. Ungeteilte Aufmerksamkeit erfahren sie erst sobald sie ihren Dienst versagen. Hier ist die Missachtung und das Unwürdige ihrer Leistung zu erkennen. Wird die gewünschte Leistung
nicht mehr erbracht, werden sie ausgetauscht,
entsorgt oder dem Müll überlassen.

Einzig gemeinschaftlich ist ihnen ihre Zweckgesellschaft: ihre Kabelverbindung und der Stromfluss. Gemein ist ihnen ihre Passivität und Ohnmacht.
Ein unausgewogenes Model.

tuc_det_03Mit der personenhaften Darstellung dieser hilfreichen Maschinenteile in der Fotografik-Reihe ELECTRICunION lassen sich Parallelen zur menschlichen Arbeitswelt, Lohnarbeit, Bequemlichkeit und Ruhestand finden und erkennen. Auch hier ist ein ausgeglichenes Verhältnis von Leistungserbringung und Selbstverwirklichung nur begrenzt möglich. Trotz einer gemeinsamen misslichen Lage herrscht eine Art Bewusstlosigkeit gegenüber der Idee der Solidarität, des Zusammenarbeitens zu etwas Besserem gegen die Mängel einer Zweckgesellschaft. So steht jeder für sich allein: verhältnismässig machtlos, rechtlos und ausgenutzt.

Die der Ausstellung zugrunde liegenden Fotografien wurden alle im Sommer/Herbst 2012 in der Ulmer Kulturfahrschule, einem zur künstlerischen Zwischennutzung überlassenem Abrisshaus, abgelichtet.

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